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Giersch

Aegopodium podagraria · auch: Geissfuss, Baumtropfen

Das Gartenunkraut, das nach Petersilie schmeckt – aber ein Doldenblütler mit tödlichen Verwandten.

nur aus dem eigenen Garten, wo du ihn seit Jahren kennst MärzAprilMaiJuni

Kind, Giersch nehm ich nur aus meinem eigenen Garten, wo ich ihn seit vierzig Jahren jäte. Im Wald und am Bach lass ich jeden Doldenblütler stehen. Da bin ich stur.

Was und wann sammeln

Monatsangaben fürs Mittelland. In höheren Lagen beginnt alles später und hört früher auf.

So erkennst du Giersch

Bewusst noch keine Bilder von Giersch und den Doppelgängern.

Verwechslungsgefahr

GierschAegopodium podagraria
Gefleckter SchierlingConium maculatum
Blätter
«dreimal drei», breite gesägte Blättchen
fein dreifach gefiedert
Stängel
grün, dreikantig
bläulichgrün bereift, oft rötlich-braun gefleckt
Geruch
Möhre/Petersilie
unangenehm, nach Maus
stark giftig – kann tödlich sein – Tox Info Suisse führt ihn unter den Pflanzen, die in der Schweiz schwere oder tödliche Vergiftungen verursacht haben. Die Giftzentrale Freiburg nennt als mögliche Symptome Übelkeit, Erbrechen, aufsteigende Lähmung bis zur Atemlähmung und Tod. Quelle: Tox Info Suisse: Giftige Garten- und Wildpflanzen (Merkblatt, PDF); Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg: Gefleckter Schierling; Universität Zürich (Vetpharm), Arznei- und Giftpflanzen: Conium maculatum; Löwenzahn Verlag (Magazin): So kannst du Giersch erkennen
GierschAegopodium podagraria
WasserschierlingCicuta virosa
Blätter
«dreimal drei»
zwei- bis dreifach gefiedert
sehr giftig – Ebenfalls auf der Liste von Tox Info Suisse für schwere oder tödliche Vergiftungen. Wächst laut Giftzentrale Bonn in fliessenden Gewässern und Riedgrasbeständen; schon kleinste Mengen können Symptome auslösen. Achtung: Giersch wächst auch an Bächen und Gräben – an Gewässern keinen Giersch sammeln (Standort laut Löwenzahn Verlag). Quelle: Tox Info Suisse: Giftige Garten- und Wildpflanzen (Merkblatt, PDF); Giftzentrale Bonn: Wasserschierling; Löwenzahn Verlag (Magazin): So kannst du Giersch erkennen

Achtung

Unter den Doldenblütlern sind Gefleckter Schierling und Wasserschierling, die in der Schweiz schwere oder tödliche Vergiftungen verursacht haben (Tox Info Suisse). Ohne jahrelange Erfahrung oder Kursleitung: Hände weg von weissen Dolden – Giersch nur aus dem eigenen Garten, wo du ihn seit Jahren kennst. (Quelle: Tox Info Suisse: Giftige Garten- und Wildpflanzen (Merkblatt, PDF))
Die Löwenzahn-Quelle nennt weitere giftige Doppelgänger wie Hundspetersilie und Hecken-Kälberkropf. (Quelle: Löwenzahn Verlag (Magazin): So kannst du Giersch erkennen)

Geschützt in deinem Kanton oder Bundesland?

Laut der Liste von InfoFlora ist Giersch (Aegopodium podagraria) in keinem Kanton geschützt.

Quelle: InfoFlora, Schutzstatus der Gefässpflanzen nach Kantonen, Stand 17.08.2026. InfoFlora übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit. Was «geschützt» genau bedeutet, regelt jeder Kanton selbst; massgebend sind die kantonalen Gesetze. Dazu gelten überall die Regeln in Naturschutzgebieten, Wald und auf Privatgrund. Mehr zum Sammeln und Recht

Deutschland: nicht in der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV Anlage 1).

Österreich: Massgebend ist das Naturschutzrecht deines Bundeslandes. Mehr zu Österreich

Oma Liesels Rezept: Gierschspinat wie bei Grossmutter

Aus dem eigenen Beet, wo du jedes Pflänzchen kennst: Giersch fällt zusammen wie Spinat und schmeckt milder.

Du brauchst

So geht’s

  1. Blätter waschen und grob hacken.
  2. Zwiebel in Butter glasig dünsten, Giersch dazugeben und zusammenfallen lassen.
  3. Mit Rahm, Salz und Muskat abschmecken. Passt zu Rösti oder Spiegelei.

Wichtig, Kind: Nur sammeln, was du zu 100 % sicher bestimmst – im Zweifel stehen lassen. Diese Seite ersetzt kein Bestimmungsbuch, keinen Kurs und keine ärztliche Beratung. Beachte Schutzgebiete, Privateigentum und die Regeln deines Kantons. Sicher sammeln: die Grundregeln

Quellen

Zuletzt geprüft: 18.10.2026. Alle Texte auf dieser Seite sind neu geschrieben; die Fakten stammen aus den genannten Quellen.